DDD

Das Deutsche Dummschwätzertum

oder

vom Niedergang eines Industrielandes

 

 Seit den 68er-Zeiten sind Leistung und Sachkenntnisse (besonders technisch-naturwissenschaftliche) verpönt und Diskussionen statt Taten gefragt. Man redet über Probleme, die man noch nie begriffen hat, glaubt aber, sie dadurch lösen zu können. Wer sich dabei selbst am besten verkauft, kommt groß raus, wer stattdessen etwas tun will, ist selber schuld. Merkwürdig ist allerdings, daß unser Land immer mehr als Industrie- oder Kulturnation zurück fällt.

Und über das alles kann man endlos reden!

Solange uns die Dummschwätzer in Wirtschaft und Politik weiterhin einlullen dürfen, wird sich der Abstieg dieses Landes eher beschleunigen als aufhalten lassen!

Die letzte Bundestagswahl ist wohl der beste Beweis: Nicht Programme, nicht Taten oder Versagen (Arbeitslose, Firmenpleiten, Konjunktur) geben den Ausschlag, gewählt werden die besten Selbstdarsteller und schlimmsten Schönredner.

Wer aber bei der Auswahl großer Deutscher

dem ist wohl nicht mehr zu helfen, der hat die Dummschätzer auch verdient.


Die ahnungslose Wirtschaftselite:

NACHWUCHSMANAGER GETESTET: Eine aktuelle Studie offenbart gravierende Lücken bei Wirtschaftsstudenten. Laut einer Untersuchung im Auftrag der Commerzbank an den "Elite"-Universitäten Mannheim, Köln, Münster und Duisburg-Essen weiß fast jeder dritte Student der Wirtschaftswissenschaften nicht, daß die Europäische Zentralbank in Frankfurt am Main sitzt. Außerdem konnte nicht einmal die Hälfte der Studenten die Begriffe Deflation oder Basel II richtig erklären.

Wer wundert sich da noch, daß die deutsche Wirtschaft so toll wächst und gedeiht?

Die Soft-Skills

Wer eine technische Ausbildung absolviert hat, muß sich heute unterstellen lassen, daß es mit seinen Kommunikations- und Team-Fähigkeiten nicht so weit her ist. Diese sogenannten Soft-Skills zählen heute ganz besonders - ganz nach dem Motto "wir sind nicht die hellstens, aber die lustigsten". Kein Manager möchte sich noch in der Personalführung mit individuellen Macken seiner Mitarbeiter herumplagen. Das hält ihn doch nur von den vielen wichtigen Besprechungen ab, in der er und seine Kollegen Selbstdarstellung betreiben! Liebe Psycho-/Sozio-/Politologen, wie haben es eigentlich unsere Eltern und Großeltern geschafft, Deutschland nach dem 2. Weltkrieg wieder zu einem führenden Industrieland zu machen? So ganz ohne Soft-Skills, die ja noch nicht "erfunden" waren, und ohne Eure wertvolle Unterstützung?

Das Verkaufsprinzip

Nicht Leistung zählt, nicht Erfahrung, nicht nachweislich erfolgreiche Arbeit, sondern nur die Selbstdarstellung des eigenen Ego, das Verkaufen der eigenen Person. Der ewig grinsende Erfolgsmensch mit öligen Haaren (oder nicht gefärbten Haaren, Herr Schröder) und grenzenlosem Optimismus ist die Führungskraft in Deutschland. Wer ein Unternehmen oder als Politiker das Land ruiniert, kann sich dann immer noch als sein eigener Sanierer verkaufen und feiern lassen! Nichts beeinträchtigt unser Selbstmarketing, nichts unseren Optimismus (obwohl sogar Psychologen festgestellt haben, daß Optimisten Probleme mit der realistischen Einschätzung von Lebensumständen haben). Nichts veranlaßt uns, zur Realität und zum Leistungsprinzip zurückzukehren. Optimismus ist doch bei den meisten nur der Mangel an Informationen.

Verantwortung

Verantwortung ist ein Fremdwort für Dummschwätzer. Verantwortung übernehmen sie nicht, nicht für ihr Geschätz von gestern, nicht für ihre Unterlassungen, nicht für ihre Mißerfolge. das waren immer die widrigen äußeren Umstände, unvorhersehbare Krisen oder was auch immer. Solange wir diese Dummschwätzer so davon kommen lassen, sie nicht haftbar machen für ihre Fehlleistungen, sondern ihren Abschied mit viel Geld vergolden, wird sich daran nichts ändern.


Erfahrung

Erfahrung im Leben und besonders im Beruf ist nicht ernsthaft gefragt. Bei uns ist jemand mit 3 bis 5 Jahren im Beruf bereits sehr erfahren. In den USA sucht man dagegen auch noch Könner mit mehr als 10 bis 15 Jahren Berufserfahrung. Nur in Deutschland ist das nicht wichtig. Kein erfolgreicher Jung-Manager will hören, daß er die gleichen Fehler macht wie andere schon 10 Jahre zuvor. In der angeblich so dynamischen Informatik will niemand wissen, daß man heute auf 20 jahre alte Ideen abfährt. Da stören nur diejenigen, die schon die Anfänge mitgemacht haben! Auf in den vorzeitigen Ruhestand mit Ihnen!.

Arbeitnehmer(innen) mit 50 auszumustern und dann aus den Gemeinschaftskassen zu bezahlen, ist ein ungeheurer volkswirtschaftlicher Blödsinn! Zum einem gehen den Unternehmen erfahrene Arbeitskräfte verloren, zum andern werden so die Gemeinschaftskassen am schnellsten geleert! Und neue Arbeitsplätze werden so auch nicht geschaffen! das kann man an an 3 Fingern abzählen, daß es nicht funktioniert, doch alle machen mit: Unternehmen, Gewerkschaften und Politiker.Die Unternehmer haben davon Vorteile, vernichten sie doch so Arbeitsplätze und sparen Geld zu Lasten der Gemeinschaft. Politik und Gewerkschaften scheinen nur blöd und gewissenlos zu sein. Was gehen uns die Schulden der nächsten Generationen an?

Ausbildung

PISA-Studie heißt das Reizwort für sozialistische Bildungspolitiker, die immer Quantität mit Qualität (für die Geschädigten: Masse statt Klasse) verwechselt haben. Der Niveau-Verfall des Abiturs und der anderen Schulabschlüsse hat letztendlich dazu geführt, daß das Abitur heute Eingangsvoraussetzung für viele Berufe ist, die früher mit Handelsschul- oder Realschulabschluß erlernt werden konnten. Und die Misere setzt sich an den Hochschulen fort: Erst wurden die Fachschulen zu Fachhochschulen befördert, deren Absolventen nach-diplomiert, und nun ist ein deutsches Hochschul-Diplom nichts mehr wert, so daß es nun Master und Bachelor sein sollen. Als ob andere Titel das Ausbildungsniveau heben könnten!

Eliten waren verpönt. Private Hochschulen sind über Jahrzehnte von den roten Bundesländern bekämpft und verhindert worden. Und nun sollen es Ganztagsschulen bringen? Über Massentierhaltung machen sich viele Gedanken und wollen diese verhindern. Über Massenmenschhaltung an unpersönlichen Schulzentren macht sich keiner Gedanken. Die sparen ja Kosten (wie die Massentierhaltung)! Das ist gut. Weniger Lehrer hieß das Rezept bisher, hat sogar Roland Berger gesagt. Wie wär's mit mehr Leistung bei Lehrern und Schülern, kleineren Klassen, besserer Betreuung, besserer Begabtenförderung? Zur Zeit ist selbst auf der Oberstufe die mündliche Leistung besonders wichtig, weil man ja Rücksicht nehmen muß auf Schüler, die sich schriftlich nicht so gut artikulieren können. Die wollen aber das Abitur machen und studieren!


Werbung

Werbung ist nicht unbedingt ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, sondern mittlerweile Kosumanleitung und Religionsersatz. Die jungen Generationen sind heute einer Persönlichkeitsbildung durch permanenten Werbe-Beschuß ausgesetzt - im Fernsehen, im Kino, in Zeitungen, auf der Straße. Mehr als jeder SoWi-, Philosophie- oder Religionsunterricht prägen die psychologischen Methoden der Werbung die Ideologie und das Konsumverhalten der neuen Generationen. Und die Methoden sind seit jahren bewährt, zum Beispiel bei der Gehirnwäsche politischer Gegener oder in den Umerziehungslagern gewisser Diktaturen. Dies sichert uns den willenlosen konsumorientierten Zukunftsmenschen!